Kommentar der Woche

Ein Land steht Kopf: Angstmache – das politische Geschäftsmodell der Grünen

Sind Sie Jahrgang vor 1978 und erinnern Sie sich an Sommertage mit 40 Grad im Schatten? Erinnern Sie sich als Kind, also sozusagen für Sie „seit Beginn der Aufzeichnungen“, an schwüle Sommer-Feriennächte, gerade recht, Karl-May-Bände wie „Die Sklavenkarawane“ samt ihren Schurken Abd-el-Mot und Abu-el-Mot im Eilgang durchzulesen? In denen auch die Schwarzen noch schwarz sein durften, die Rassisten noch arabische Sklavenjäger waren, und Täter und Opfer noch klare Rollen hatten? Hatten Sie damals, Freitags in der Schule, ein Verlangen nach einer Cola aus der schwitzend-kalten Flasche? Können Sie sich womöglich an die Schlagzeile der BILD-Zeitung vom 8.8.1975 erinnern – „40 Grad Hitze. Jetzt wird das Wetter lebensgefährlich.“? Oder gar, falls Sie richtig alt sein sollten, an das Berliner Tageblatt No. 372 vom 24.7.1911, als Personen vermeldet wurden, die mitten auf der Straße wegen Hitzschlag und ganz ohne Gewalteinwirkung Dritter zusammenbrachen? Es scheint geradezu eine Gesetzmäßigkeit zu sein, dass es auch in Mitteleuropa im Sommer heiß wird und die Presse dies als abnorm empfindet. Zumindest aber eines ist wirklich neu: Damals schien man nicht erkannt zu haben, dass es sich bei Hochsommertemperaturen wohl nicht mehr um Wetter, sondern mindestens um eine „Klimakatastrophe“ handeln muss! Zumal wenn gleichzeitig Expeditionsschiffe von Klimaaktivisten oder Bergsteigern in just demselben Sommer in der Nordwestpassage bzw. vor Grönland eben nicht von marodierenden, infolge Tauwetters in der Arktis heimatlosen Eisbären belagert werden, sondern schlicht wegen ungewöhnlicher Vereisung stecken bleiben. Wenn die Realität die Parodie wird, läuft etwas in der Orientierung der Gesellschaft gründlich schief.

Wenn wir nicht schleunigst eine CO2-Steuer einführen, wenn wir (so hören wir obskure Professoren in staatlichen Medien) nicht Deutschland endlich deindustrialisieren auf das Niveau eines Morgenthau-Plans, und das auch noch unter Zustimmung einer propagandistisch konditionierten Bevölkerung, wenn wir immer noch Auto fahren und Fleisch essen, dann verenden wir nach Ansicht einschlägiger Experten bis 2030 alle am Klimatod. Dies ist nun wirklich keine schöne Aussicht für alle Diejenigen, die nicht bereits 1983 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges von einer Atombombe getroffen wurden, die sich nicht 1986 mit dem Tschernobyl-Fallout tödlich verseucht haben, denen 1987 nicht der saure Regen den Waldspaziergang verdorben hat, die in Deutschland weder von Fukushima etwas abbekommen haben, noch an Geflügel- oder Schweinegrippe verstorben sind, oder denen Mojib Latif und Kollegen samt ARD und ZDF einfach zu viel wurden. Sie fühlten sich auch nicht (Motto: „Ausländer, lasst uns mit diesen Deutschen nicht allein!“) bis zur Mitte der 1990er Jahre durch einen Mangel an Migration in ihrer Lebensqualität dringend beeinträchtigt und haben es auch ganz gut verdaut, dass heute in z.B. der Pforzheimer Kernstadt 91,4% der Unter-18-Jährigen den zeitgeistig so erwünschten Migrationshintergrund aufweisen können, während Ihnen die bürgerlichen Einzelhandelsgeschäfte in dieser schönen, neuen, bunten Gesellschaft doch irgendwie wehmütig fehlen. Nicht vergessen möchte ich in meiner Aufzählung auch Diejenigen unter Ihnen, die nicht auf den angeblich täglich wachsenden Feindlisten in Scharen durch die Straßen ziehender rechter Terroristen stehen und die noch nicht einer der angeblich allgegenwärtigen verfassungsfeindlichen Verschwörungen in Militär und Sicherheitskräften zum Opfer gefallen sind. Ganz apart werden Sie hingegen vielleicht den Gedanken finden, dass – wie Herrschaften wie Robert Habeck oder Luisa Neubauer ja gerne öffentlich anregen und merkwürdigerweise kein Interesse unserer Verfassungsschutzbehörden hervorzurufen scheinen, die Demokratie angesichts der Klimakatastrophe ohnehin zu unbeweglich sei, und ergo unsere demokratische Staatsverfassung vielleicht ganz abgeschafft gehöre. Das sagen diese Herrschaften einmal ganz einfach so daher, und es regt sich keine mahnende Stimme in Politik und Medienlandschaft. Die Angst, das Umhertreiben der Menschen mit immer neuen Schrecknissen, ist zu einem Machtinstrument geworden, das 1. Entweder Ziele verschleiert, oder 2. Jenseits des Machtgebrauchs selbst überhaupt keine Ziele in der realen Welt hat, sondern aus der Fortpflanzung der Panik selbst lebt. Es werden bestenfalls Utopien von einer maximalen Weltrettung geboren, der sich die Lebenden bedingungslos zu unterwerfen haben: Das ist die politische Kategorie von im Praktischen nie strukturiert denkbaren diktatorischen Erlösungsvorstellungen mit Absolutheitsanspruch – wie „Gottesherrschaft“, „Kommunismus“ oder „Endsieg“. In solchen Modellen geht es letztendlich immer um die Bewertung des Menschen nach Gesinnung und um die politische Herrschaft in öffentlichen Symbolen und programmatischen Gesten.

Und zwar wird ohne Rücksicht auf die real existierenden Menschen ein angebliches künftiges End-Glück versprochen, an dem alle gesellschaftliche Entwicklung mangels weiterer Entwicklungsnotwendigkeit infolge Aufhebung aller Konflikte ende. Man geht soweit, für diese Idiotie die wirtschaftlichen Voraussetzungen des Jetzt zu opfern, und das Erschreckende an diesem so mühsam gebauten demokratischen Staat ist das spektakuläre Versagen der Gewaltenteilung  vor künstlich geschürten Instinkten. Natürlich ist der Mensch der Hemmfaktor und wird  mit aller staatlichen Macht umerzogen. Die in einen spektakulären Wohlstand, mit dem sie offenbar nichts mehr anfangen kann, hineingeborene Generation der Narren, Träumer und Märchenerzähler erzählt Ihnen heute etwas von höherer Lebensqualität, weil Sie plötzlich weniger haben werden. Dreister sind Sie noch nie propagandistisch bearbeitet worden. Ein solches Maß an Dekadenz, unter welcher ganz konsequent knallharte, völlig verfassungswidrige Agenden von Weltregierung (s. die Politikpapiere der einschlägigen Klimaaktivisten und UN-nahen Organisationen) und Welt-Klimakommunismus vorangetrieben werden, muss man erst einmal verdauen. „Alle für eine Welt – eine Welt für alle!“ heißt es mittlerweile ganz offen in von unseren eigenen staatlichen Stellen veranlassten Publikationen für Schüler, und natürlich macht die deutsche Krämerseele stets gerne mit, denn sonst eckt man an und das Geschäftlein macht ein Anderer. Heute schütteln wir den Kopf, wenn im NS-Reich noch der letzte Feuerwehrverein sich beflissen mit der Symbolik des Regimes schmücken musste, und heute haben wir dieselbe Beflissenheit in Verwaltung und Privatwirtschaft, nur ja mit dem ideologischen Regiment vom Tage konform zu gehen und dieses Regiment möglichst effektiv im eigenen Herrschaftsbereich durchzusetzen. Der Deutsche will der – gleichwelcher – Obrigkeit gerne gefallen; er will den Koscherstempel der Obrigkeit, dass er zu den „Guten“ gehört und in einer Gemeinschaft wohlig aufgehoben ist. Besonders peinlich ist es dann noch, wenn die offensichtlichste konformistischste Kriecherei sich mit dem Ehrentitel der „Zivilcourage“, also dem Widerstand gegen illegitime Machtausübung, schmücken will. Schwarz ist in den Medien dieser Gesellschaft das neue Weiß, in jeder Hinsicht. Toleranz um des Kultes der Toleranz willen bricht dem Toleranten das Genick.

Wie wird das Unfassbare, die Abwendung der Politik von realen Überlebensnotwendigkeiten hin zu ideologischen Kulten motiviert? Unsere Republik schmückt sich mit einer zentralen Lebenslüge: Eine Diktatur sei in Deutschland (1933) zustande gekommen, weil das Staatsvolk moralisch versagt habe. Es ist von der Weimarer Republik gerne als von einer „Demokratie ohne Demokraten“ die Rede, was nicht weniger als ein moralisch vertrauensunwürdiges Staatsvolk bedeuten soll. Zu keinem Zeitpunkt wird, im Gegensatz noch zu den 1980er Jahren, als dies noch freimütig getan wurde, dem plausiblen Gedanken Raum gegeben, die demokratischen Eliten der Weimarer Republik könnten an den gestellten Aufgaben versagt – und damit der Errichtung einer Diktatur erst Raum gegeben haben. Diese demokratischen Politiker werden heute als sakrosankt behandelt. Im Gegenteil, das offensichtliche Versagen – das ja stattgefunden haben muss, sonst hätte es keine Diktatur gegeben – wird exklusiv dem Staatsvolk angelastet (allenfalls auch dem Reichspräsidenten Hindenburg, weshalb heute Straßen umbenannt werden).  Dieser behauptete Sachverhalt bedeutet nicht weniger, als dass die Eliten unserer Republik (also die heutige Obrigkeit) ihr Amtsverständnis vom Willen des Staatsvolkes und Wahlvolkes entkoppelt oder zumindest bis zum äußersten moderiert sieht. Analog werden auch ökonomische Gesetzmäßigkeiten nicht mehr gewertet, obwohl (oder eben gerade weil!) in der Republik von Weimar gerade die wirtschaftliche Verarmung breiter Schichten fraglos für die Abwendung von der demokratischen Politik verantwortlich war. Empirische Funde werden konsequent ausgeblendet, stattdessen wird der Begriff eines historisch einmaligen Bösen in die Diskussion eingeführt, welches wie ein Deus ex machina gerade aus einem bis dahin eher gesitteten mitteleuropäischen Volk erschienen sei und demnach in diesem wohl schon immer habe schlummern müssen, folglich es auch heute tue. Um diese These zu stützen und einen Wissenschaftszweig wirtschaftlich zu stützen, sieht man dies heute schon in deutschen Kolonialzeiten gegeben und säubert Museen von Bibeln und Schrumpfköpfen. Um diese These ethnisch gebundener moralischer Minderwertigkeit auch in Zukunft als Herrschaft nutzbar machen zu können, hat man nach dem weitgehenden Aussterben der Holocaust-Überlebendengeneration in Bielefeld das Prinzip der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ (dank den Herren Prof. Heitmeyer und Zick, letzterer der Amadeu-Antonio-Stiftung und der CIVIS-Medienstiftung eng verbunden) ersonnen und für unseren politischen Bildungs- samt Sicherheitsapparat zur wissenschaftlichen Bewertungsgrundlage von gesellschaftlichen Phänomenen erhoben. Diese sozusagen anonymisierte Vorstellung erlaubt unseren Eliten, den Vorwurf des moralischen Versagens gegen das eigene Volk auf Dauer aufrecht zu erhalten, auch wenn keine Verfolgung von Minderheiten stattfindet. Stattdessen haben heute demokratische Andersdenkende einen schweren Stand, die eine Umsetzung des souveränen Wählerwillens fordern.

Unsere heutige politische Elite sieht sich folgerichtig offensichtlich eben nicht dazu gewählt, den Willen der Bevölkerung als ihren Auftrag zu wirken, sondern die Willensäußerungen der Bevölkerung durch ihr eigenes ideologisches Prisma zu brechen und die Volkssouveränität auf ihre Legitimität hin zu kontrollieren. Dies ist eine ziemlich unverblümte „betreute Demokratie“ der politischen Funktionselite. Hierbei wird sich dann gerne auf das Grundgesetz berufen, das zu einem regelrechten Wunderdokument wird, so als sei dieses beschlossen worden, nicht etwa um die Staatsgewalt an Recht und Gesetz zu binden, sondern um das Staatsvolk zu binden. Dessen etwas pointiertere Willensäußerungen werden darum regelmäßig als „mit dem Grundgesetz unvereinbar“ dargestellt (über welches Grundgesetz, nebenbei bemerkt, niemals eine Volksabstimmung zugelassen wurde). Gerade wo von offiziellen Funktionären in das Grundgesetz ein angeblicher aber eben nicht vorhandener Auftrag zur Herstellung einer multiethnischen Gesellschaft hineingelesen wird, droht das Grundgesetz heute zum Knebelinstrument für die Mehrheit missbraucht zu werden – denn es soll das gegen Widerstände begründen, was gar nicht darinnen steht. Es wird rituell und permanent von einem moralisch unzuverlässigen Staatsvolk ausgegangen, was für eine Autonomie der herrschenden Eliten in ihren jeweiligen Beweggründen herangezogen wird. Die Folgen erleben wir derzeit täglich, wo sich eine Regierung sogar über geltendes Recht hinwegzusetzen (s. der Vorgang „Sea Watch 3“) beliebt, ohne freilich ihre eigenen nebulösen Antriebe glaubhaft und strukturiert darlegen zu können. Die unmittelbare Folge ist, dass sich die Herrschaft geradezu auf ein höheres Rechtsgut der angeblichen Weltrettung berufen muss, um sich den Interessen der Staatsnation in der realen Welt entziehen zu können! Die „Guten“ dürfen alles, und wer die Guten sind, entscheiden diese heute selbst, und nicht mehr das Volk. Es wird eine „höhere Moralautonomie“ ins Feld geführt, anstelle von Recht und Gesetz für unterschiedslos alle.

Was wir erleben ist demnach keine Klimakatastrophe, sondern ein mittels gezielt inszenierten Ersatzbeschäftigungen und gezielt geschürten Kollektivpsychosen ausgetragener Konflikt zwischen den an das Ende ihrer politischen Handlungsfähigkeit gelangten Eliten und dem Staatsvolk und dessen täglichen Interessen, deren Forderungen samt Ausführungsergebnissen überprüfbar sind. Die Energiewende- und Klimapolitik Merkels lässt sich mit dem brutalen Sonnenkult des Pharao Echnaton vergleichen. Die Selbstapotheose Merkels ist folgerichtig aus ihrem Herrschaftsverständnis abgeleitet. Es werden Dinge betrieben, die nicht überprüfbar sind, deren angebliche Welt-Bedeutung aber angeblich jeden real überprüfbaren Parameter ins Nichts entschwinden lasse: Pseudoreligion rechtfertige alles. Wenn es aber nichts Reales gibt, was vertreten wird, dann muss ein mit den Überlebensängsten des Menschen befrachtetes Anliegen her, als dessen Belohnung dann bis 2030 eine schlicht paradiesische, konfliktfreie Weltgesellschaft versprochen wird. Beobachten Sie dies, nach dieser Orientierung handelt tatsächlich Ihr Staat täglich, mit dem deutsch-verbissenen Fehlen jeglicher Selbstironie, und auf allen Verwaltungsebenen.

Angst verleiht Denjenigen Macht, die diese Angst zu erzeugen und zu steuern wissen. Humanismus, dem unser Grundgesetz zweifellos verpflichtet ist, braucht einen Ordnungsrahmen. Ein global-utopischer Ordnungsrahmen wird derzeit als vermeintlicher Endpunkt aller menschlichen Sehnsüchte massiv propagiert. Dieser „geborene“ Rahmen ist aber aus praktischen, vor allem aber aus prinzipiellen Erwägungen heraus zweifellos der Nationalstaat: Nur hier gibt es eine Identitäts- und Wertegemeinschaft, die denjenigen Funktionszusammenhang garantiert, welchen der Staat allein mit allen Gesetzes- und Zwangsmaßnahmen niemals wird schaffen können. (Es sei denn, man homogenisiere die ganze Welt!). Es kann kein Staat dauernden Bestand behaupten, der nicht der Freund seines Souveräns sein will, sondern der sich unter ideologischen Zielsetzungen von diesem Souverän emanzipieren will: Unser europäisches Zeitalter ist verfassungsmäßig nun einmal das Zeitalter der Volkssouveränität und nicht des Absolutismus, des Gottesgnadentums, der Wirtschaftsoligarchie oder der ideologischen Links- oder Rechtsdiktatur. Dennoch beobachten wir, wie etliche unserer grünen Politikerfreunde in ihrem Lebensstil, stets im Namen der angeblichen Weltrettung, heute ein „Recht der ersten Nacht“ beanspruchen und auch für ihre Klientel selbstverständliche, beinahe feudale Vorrechte vorbringen. Das ganze Land ist inzwischen mit Windmühlen als den Gessler-Hüten unserer Zeit gepflastert, und es sollen mindestens noch einmal so viele dazukommen. Es ist nicht nur so, dass wir mit unseren Steuergeldern eine Elektromobilität subventionieren, die meiner Ansicht nach in dieser Form eine technologische Sackgasse ist. Es ist in bayerisch-baden-württembergischen Regierungsgesprächen von Gesetzesvorhaben die Rede, die Mietern das Recht geben sollen, von ihrem Mieter die Einrichtung von E-Ladestationen auf dessen Kosten zu fordern, oder zumindest solche Einrichtungen zu dulden. Solche Eingriffe in das Eigentumsrecht gehen über die Allgemeinheits-Nutzensbindung des Art. 14/2 GG bei weitem hinaus, denn hier wird ja gleichsam das Privatinteresse der „early adopters“ zur Speerspitze der Weltrettung und damit des letztgültigen Allgemeinwohls umgedeutet. Als nächstes mag man im Rahmen des künftigen Zensus erheben, wie viel Wohnraum Sie für Fremde bereitzustellen haben. Wann hat je zuletzt ein ideologisch geprägter Staat derart seine eigene verfassungsrechtliche Grundlage durchlöchert, und das Ungehörige denkbar zu machen? Und dergleichen Beispiele, wie mit dem Grundgesetz inzwischen Fußball gespielt wird, sind doch einige, erinnern wir uns nur an das merkwürdige Pflichtverständnis der Bundesregierung betreffend Art. 16a/2 GG, während umgekehrt mit der Glaubensfreiheit nach Art. 4 GG jegliche dem gesellschaftlichen Frieden dienende sachdienliche Entscheidung als angeblich unzulässig stigmatisiert wird.

Die Grünen betrachte ich in diesem Zusammenhang folgendermaßen: Entweder sind sie ihren ur-kommunistischen Idealen der Gründungszeit treu geblieben und führen diese mit der gleichen, übrigens als Phänomen Respekt heischenden Konsequenz fort, die ihren „Marsch durch die Institutionen“ begleitet hat. Oder aber sie erweisen sich als die „nützlichen Idioten“ im Sinne Lenins, die sich von Faktoren und Interessen ganz anderer Größenordnung willig instrumentalisieren lassen. Letzteres erscheint mir nicht unwahrscheinlich. Mehrfach habe ich bereits auf die von den Akteuren WBGU, Adelphi, Agora Energiewende und Agora Verkehrswende (samt den hinter diesen Einrichtungen stehenden Stiftungen) veröffentlichten Politikpapiere hingewiesen: Dort, und nicht in den zunehmend verantwortungsscheuen und gewiss nicht übermäßig sachkundigen Parlamenten wird heute Politik formuliert und vorangetrieben. Die sogenannten „dekadischen Klimaschutzfahrpläne“ im Rahmen der völlig unverblümt im Verein mit der vermeintlichen Weltrettung angestrebten „Großen Transformation“ findet man dort seit 2011 minutiös und ohne falsche Scham beschrieben: Ende des Verbrennungsmotors samt Einschränkung der Individualmobilität, CO2-Steuer, Kampagnen gegen Fleisch und Zement, globales Klima-Fluchtrecht („Nansen-Pass“), Bildung eines meistenteils aus einer Nachlassabgabe auf Vermögen in Höhe von 10 – 20% gespeisten „Zukunftsfonds“ (beginnend mit 100 Milliarden Euro jährlich) für die Umverteilung an „klimageschädigte“ Staaten. Ebenso findet sich (bei Agora) die wahrscheinliche konkrete Ausgestaltung der künftigen CO2-Steuer in Form der „15 Eckpunkte für das Klimaschutzgesetz“ bereits beschrieben. Die „gute Sache“ wird bei Ihren Grundrechten eben nicht haltmachen können…

Da wir Menschen von anderen Menschen, die es wohl wissen müssen, offenbar bereits als eine Art Pest auf diesem Planeten betrachtet werden bzw. da ein Herr Dr. Hirschhausen uns im TV unter blödsinnigem Beifall durchaus als „Krebs“ des Planeten bezeichnen kann, wird im Namen der „Nachhaltigkeit“ die offene Formulierung von Reduktionszielen für die Weltbevölkerung nicht lange auf sich warten lassen (zweifellos gerade bei uns: Gebärstreik fürs Klima wurde ja in der Presse schon propagiert, ein allgemeines „Recht auf Abtreibung“ (!) sowieso). Auch dies hätte den amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau (1944, bzw. dessen Buch „Germany Is Our Problem“) sicherlich nicht wenig gefreut, wenn wir es einmal durchdenken, zumal der Teil mit der Bevölkerungsreduktion. Lesen Sie aber ruhig einmal den heutigen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu diesem Thema, und Ihnen wird als deutschsprachigem Leser klar gemacht, dass all dies nur eine verschwörungstheoretische (rechtsextreme, antisemitische usw. usw.) Chimäre sei und der amerikanische Finanzminister wohl mitten in einem Weltkrieg aus Zeitvertreib Memoranden für den Papierkorb geschrieben haben muss. Das Ende der gedruckten Enzyklopädien, die nachträgliche Manipulationen ausschließen, ist angesichts solcher tendenziöser und unverblümt volkspädagogischer Internetbeiträge von jedem gebildeten und integren Menschen umso mehr zu beklagen. Kurzum: Was uns heute angeboten wird, Reduktion der Wirtschaftskraft und Reduktion der Bevölkerung als deutscher Beitrag zum Heil der Welt, ließe sich wohl in keinem Land der Welt einer Bevölkerung halbwegs bei Sinnen verkaufen. Hier aber hat man es mit einem Spiel mit Angst und Schuld zu einer politisch salonfähigen Möglichkeit erhoben. Und das Groteskeste an der Situation ist, dass der beinahe täglich propagierte verminderte Lebenswille und Selbstbehauptungswille eben nicht von der Mehrheit der Bevölkerung ausgeht, sondern nach meinem Dafürhalten von einer ideellen Perversion der Eliten rührt, die die Ablehnung des Rückbezuges zum eigenen Staatsvolk und dessen Interessen geradezu rituell zelebrieren.

Unsere für immer kinderlose Kanzlerin wird uns dann als die Säulenheilige der endgültigen Nachhaltigkeits-Bewegung, nämlich der benignen Selbstabschaffung, präsentiert werden, während einige schwerstreiche alte Herren buchstäblich Gott spielen wollen und im Grunde dafür sorgen, dass wir wimmelnden Massen ihren Interessen von einer heilen Welt für sich selber nicht zu nahe kommen. Ich lege Ihnen dazu erneut die Landtagsdrucksachen 16/6073, 6156, 6203, 6298 und 6408 ans Herz, welche die bescheidenen Möglichkeiten unserer Fraktion darstellen, solche Zusammenhänge im Interesse des Souveräns aufzudecken. Ich kann mich an demokratische Zeiten erinnern, wo in unserem Lande eine Kungelei von Regierungsmitgliedern mit aus meiner Sicht undurchsichtigen ausländischen Stiftungen ein medialer Skandal und ein Rücktrittsgrund gewesen wäre. Heute dagegen lesen wir (s. Drucksache 16/6156): „Im Rahmen der New York Reise 2017 von Minister Untersteller MdL hatte der Programmdirektor für nachhaltige Entwicklung beim Rockefeller Brothers Fund in New York am 3. Oktober 2017 die Delegation aus Baden-Württemberg und Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen, die im Bereich Klimaschutz und Energiewende engagiert sind, zu einer Round-Table-Session eingeladen. Ziel des Gesprächs war, weitere Möglichkeiten der Unterstützung der Under2Coalition zu diskutieren.“

So, und jetzt stellen Sie sich bitte zweierlei vor: 1. Herr Untersteller trifft sich zu einem Kaffeekränzchen mit von Windkraftprojekten betroffenen Bürgern im Schwarzwald. 2. Ein nationalkonservativer Politiker träfe sich in Moskau mit den Vertretern irgendwelcher Oligarchen-Stiftungen, um politische Ziele abzugleichen und weitere Möglichkeiten der Unterstützung zu diskutieren. Da haben Sie dann eine Vorstellung, wer bei uns das Wetter macht.

Ihr

Emil Sänze