Sänze-Emil-1804_80mmStuttgart. Die AfD-Fraktion im Landtag will aus Gründen des Schutzes der psychischen und körperlichen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen die Untersagung des Betriebs aller Sporteinrichtungen für Kinder- und Jugendsport aufheben. Zu diesem Zweck hat sie einen Entschließungsantrag zu der „Regierungsinformation durch den Ministerpräsidenten im Nachgang der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder zur Coronapandemie am 22. März 2021“, die der erste Tagesordnungspunkt der heutigen (24.03.2021) Sondersitzung im Landtag war, eingebracht. Der Titel des Antrags lautet der Stoßrichtung entsprechend: „Den psychischen und körperlichen Folgen des Corona-Lockdowns vor allem bei Kindern und Jugendlichen entgegenwirken – für eine zügige Reduzierung und Beendigung des Lockdowns“. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Laut dem medienpolitischen Sprecher und stellverstretenden Vorsitzenden der Fraktion Emil Sänze stellt der Antrag eine Erweiterung des bereits am 03.03.2021 von der AfD-Fraktion eingebrachten und ebenfalls abgelehnten Antrags „für einen realistischen und bürgernahen Umgang mit der Ausbreitung des Corona-Virus und zur zügigen Beendigung des Lockdowns“ dar: „Unsere Forderung nach einer zügigen Reduzierung und Beendigung des Lockdowns bei gleichzeitigem Schutz der durch Corona vulnerablen Gruppen erhalten wir selbstverständlich weiter aufrecht. Nun wollen wir aber auch jene Menschen in den Fokus des Interesses stellen, die ihr Leben noch vor sich haben und durch die lebensfeindliche Corona-Politik in ihrer emotionalen, kognitiven, psychosozialen und körperlichen Entwicklung stark beeinträchtigt werden: Kinder und Jugendliche.“

Die Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen führten – so Sänze weiter die Begründung des Antrages aufgreifend – in der Bevölkerung zu vermehrten psychischen wie auch körperlichen Problemen: Depressionen und Angststörungen, die sich auch auf die körperliche Gesundheit auswirkten. Besonders betroffen hiervon seien Kinder und Jugendliche. Sie klagten vermehrt über Stress, Schulangst, Zukunftsängste, Verlustangst, Schulunlust, Traurigkeit, Interessenverlust und es komme zur sozialen Isolation. Hinzu kämen Folgeschäden wie Übergewicht durch mangelnde Bewegung, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse sei es zum Schutz der psychischen und körperlichen Gesundheit der Bevölkerung unerlässlich, die vorherrschenden Corona-Maßnahmen unverzüglich und drastisch zu entschärfen. Für die in ihrer psychischen und körperlichen Entwicklung besonders betroffenen und daher besonders schutzbedürftigen Kinder und Jugendlichen müsse es unverzüglich und unbeschränkt möglich sein, gemeinschaftlichen sportlichen Aktivitäten nachzugehen, um den geschilderten Entwicklungen entgegenzuwirken. Über die bereits geforderte drastische und unverzügliche Entschärfung der Corona-Maßnahmen hinausgehend müsse dementsprechend bei der Untersagung des Betriebs von öffentlichen und privaten Sportanlagen, Sportstätten und Bädern eine bedingungslose Ausnahme für Kinder- und Jugendsport vorgesehen werden.